Friedhof Billwerder

Die Kirche und der Friedhof von Billwerder bilden seit Jahrhunderten eine Einheit. Im Mittelpunkt der Anlage steht die Kirche, umgeben von einer abwechslungsreichen Friedhofslandschaft. Der nördliche Teil ist geprägt von altem Baumbestand, Büschen und Hecken und vermittelt eine ruhige, geschützte Atmosphäre. Der südliche Bereich öffnet sich dagegen weitläufiger und großzügiger und geht harmonisch in die Weidelandschaft der Billwerder Feldmark über.

Nördlich der Kirche befinden sich die historischen Grabstätten. Sieben Grabmale auf dem Friedhof stehen als offizielle Kulturdenkmale unter Denkmalschutz.

Eine weitere bedeutende Grabstätte ist das Ehrengrab des Generals Gustav von Manstein (1805–1877). Am Kopf des Grabes steht ein großer Findling mit einem bronzenen Bildnisrelief des Generals, seitlich begrenzt von kleineren Feldsteinen.

Eine besondere Rarität Billwerders sind die erhaltenen Reste eines Bogens aus Walkieferknochen. Da die empfindlichen Knochen durch die Witterung zunehmend gefährdet waren, wurden sie in das Innere der Kirche gebracht, wo sie heute geschützt aufbewahrt werden. Auf den ersten Blick erinnern sie an verwitterte Baumstämme. Die aus Walknochen gefertigten Torbögen gehörten ursprünglich zu Gräbern von Walfängern. Bis ins 19. Jahrhundert fuhren Schiffe von Billwerder über die Bille und die Elbe in die Nordsee und weiter bis ins Polarmeer. Die Walknochen erinnern an Fischer, die zu Lebzeiten selbst einen Wal erlegt und harpuniert hatten. Eine solche Auszeichnung war nur ihnen vorbehalten. Die Tradition solcher mit Walknochen geschmückten Gräber war auf dem Billwerder Friedhof einst mehrfach vertreten und erzählt heute von der engen Verbindung des Ortes mit der Seefahrt.