St. Pankratius Ochsenwerder

Auszüge "Uns Kirch" Nr. 66 Winter 2024/2025

 

Wieder ein Erfolg

Bei tollem Wetter gab es wieder einen Gottesdienst in Moorwerder unter freiem Himmel auf dem Schützenplatz. Mit Hilfe der Schützen haben wir Stühle im Halbkreis aufgestellt. Ein Tisch mit einem Kreuz und 2 Windlichter bildeten den Altar. Auch Blumen haben nicht gefehlt. Frau Leber hat das tragbare Klavier aufgebaut und uns zu den Liedern begleitet. Mit dem Läuten der Glocken aus der Konserve begann Pastor Pegelow den Gottesdienst.

Bei einer Tasse Kaffee gab es hinterher noch interessante Gespräche am Stehtisch.

Werner Sannmann

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Erntedank 2024

Peter Dose und Silke Reymers haben in diesem Jahr auf den Hohendeich die Erntegaben eingesammelt. Alles wurde im Kirchenschiff abgelegt. Am Nachmittag haben die Landfrauen Blumen und Gemüse im Altarraum wieder sehr toll dekoriert. Auffallend waren dabei ein paar richtig große Kürbisse, die man kaum tragen konnte.

Zum Erntedankgottesdienst zogen die Ochsenwerder Landfrauen mit der Erntekrone in die Kirche ein, wo sie im Altarbereich hochgezogen wurde. Nachdem Marja Dose das Grußwort gesprochen hatte, hielt Pastor Pegelow einen tollen Gottesdienst ab. In diesem Jahr fand auch an diesem Tage der Einführungsgottesdienst der neuen Konfirmanden statt.

Wie in der Vergangenheit auch, brachte Werner Sannmann am Dienstag die Erntegaben in die Kirchengemeinde Jubilate in der Merkenstraße. Hier konnte das frische Gemüse gleich in der Essenausgabe weitergegeben werden.

Wir danken allen Spendern für die Gaben.

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Unser Friedhof!

Fast könnte man meinen, er ist noch mehr „unser“ als unsere Kirche: unsere Vorfahren, unsere Familien und Nachbarn, unser Ort der Begegnung, unser Ort des Gedenkens.

Am Sonntag, 15. September, stand er im Mittelpunkt am Tag des Friedhofs. Den Auftakt machte eine Wort-Gottes-Feier mit passenden Texten und Liedern, z.B. „Jesus lebt, mit ihm auch ich“, „Meine Zeit steht in deinen Händen“ und „Deep in the Silence, there is Peace“.  Ab 14 Uhr gab es Gelegenheit, Besonderheiten auf dem für diesen Tag tip-top herausgeputzten Gelände zu erkunden - entweder mit Hilfe eines Fragebogens oder bei einer der drei Führungen, die von Gunda Steinbauer liebevoll vorbereitet waren. „Ich kannte den Friedhof zwar schon, aber ich habe heute viel Interessantes noch dazu erfahren“, sagte ein begeisterter Besucher.

Vor dem Kirchturm hatten die Konfirmanden und ein Helferteam ein Kaffee- und Kuchenbuffet aufgebaut. Dort konnte man sitzen und klönen und den herrlichen Sonnentag genießen. „Dies ist ein Ort des Lebens!“ steht in dem Faltblatt, das zum Tag des Friedhofs ausgelegt wurde. Darin laden wir ein, für die Restaurierung des Mahnmals für Gefallene des 1. Weltkriegs zu spenden. Die bisher eingegangenen Spenden haben uns dem Vorhaben ein gutes Stück nähergebracht, und wir sagen dafür herzlichen Dank. Aber da ist noch Luft nach oben, bevor die Stabilisierung und Reinigung der Steine in Auftrag gegeben werden kann. Wir bleiben dran! Machen Sie mit!

Konto: Friedhof Ochsenwerder

Zweck: Spende Restaurierung Ehrenmal

DE73 2005 0550 1033 2140 06

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Der Festsommer zum 350. Kirchenjubiläum in Ochsenwerder ist vorüber

Schon ist der Festsommer zum 350. Kirchenjubiläum vorüber. Von Mai bis Oktober haben wir Kirchengeburtstag gefeiert. Wer feiert schon über so eine Zeitspanne. Schauen wir noch einmal zurück auf die Highlights:

Zum Eröffnungsgottesdienst am Gedenktag des heiligen Pankratius besuchte uns Bischöfin Kirsten Fehrs. Der Gottesdienst wurde vom Marschländer Posaunenchor begleitet.

Beim Familiengottesdienst „anno dazumal“ Anfang Juni konnte man sich mit historischen Kostümen verkleiden und stilgerecht auf eine Zeitreise in die Vergangenheit begeben. Denn nach dem Gottesdienst erwartet die Besucher ein „Grapenbrade“ (eine Art Eintopf), wie ihn das „gemeine Volk“ auch 1674 erhielt.

Eine Woche später stand ein musikalischer Gottesdienst mit den Ochsenwerder Chören „Liedertafel Harmonia von 1873 e.V. Ochsenwerder“ und „Liedertafel Concordia Tatenberg von 1878 mit der Chorgemeinschaft Frohsinn-Melodia Ochsenwerder von 1887“auf dem Programm.

Besonderes Highlight war sicher unser großes Gemeindefest am 7. Juli – ein Tag voller Spaß, Unterhaltung und Gemeinschaft für die ganze Familie mit zahlreichen Aktivitäten und Darbietungen bei schönstem Wetter. Nur gemeinsam mit vielen Ochsenwerder Vereinen und Institutionen konnte uns dieses entspannte Fest gelingen.

Am 15. September, dem „Tag des Friedhofs“ stand unser Friedhof im Mittelpunkt. Führungen, Entdeckungstouren und Informationen wurden angeboten um den Friedhof neu zu entdecken – nicht nur als Ort der Trauer, sondern auch der Ruhe, des Lebens und der Erinnerung.

Der feierliche Abschluss des Festsommers wurde mit einem festlichen, abwechslungsreichen, stimmungsvollen Gottesdienst am 13. Oktober gefeiert. Als Gast durften wir die Pröpstin Dr. Ulrike begrüßen, die eine wunderbare Predigt zu diesem Tag gehalten hat. Sie wurde unterstützt von Pastorin Annette Sandig und Pastor Jörg Pegelow. Die Lesungen wurden von Marja Dose und Werner Sannmann gehalten. Das Ensemble Anonymus hat die Gottesdienstbesucher auf historischen Instrumenten mit Musik aus dem 13. bis 17. Jahrhundert in vergangene Zeiten entführt. Natürlich durfte auch unsere Orgel nicht fehlen, die von unserer Kirchenmusikerin Uta Leber gespielt wurde. Mit einem gemütlichen Beisammensein bei leckerer, selbstgemachter Kürbissuppe klang der Jubiläumssommer im Anschluss an den Gottesdienst im Pastorat aus. Es war eine schöne Zeit.

Unser großer Dank gilt allen, die am Gelingen des Festsommers in irgendeiner Weise mitgewirkt und geholfen haben. Danke!

Werner Sannmann / Simone Vollstädt

----------Kindergottesdienst

Einmal im Monat haben wir den best-besuchten Gottesdienst! Bis zu 50 Kinder finden sich am ersten Freitag des Monats um 10 Uhr im Altarraum ein, wo sie auf Sitzkissen einer Geschichte lauschen, Lieder singen und mit dem Beten des Vaterunsers vertraut werden. Immer gibt es etwas zu entdecken. Die Stimmung ist feierlich-fröhlich. Sogar ein eigenes St.-Pankratius-Lied wurde im Mai einstudiert!

Doch am 6. Dezember können die Kinder in der Kita bleiben, denn da kommt der Nikolaus zusammen mit Knecht Ruprecht zu ihnen in die Graumannstwiete! Hoffentlich hat er viel Leckeres mitzubringen!

Uta Leber

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Krippenspiel an Heiligabend

Nun hat es schon Tradition: das improvisierte Krippenspiel, an dem alle Kinder, die Lust haben, sich spontan beteiligen können. Ab 14.30 Uhr stehen jede Menge Kostüme bereit, mit denen die kleineren Gottesdienstbesucher sich in Engel, Hirten oder Könige verwandeln können. Nur Maria und Josef wurden vorher schon unter den Kindern des Kindertreffs (donnerstags 15-17 Uhr) ausgewählt, damit sie sich auf ihre Rolle etwas vorbereiten können. Wer mag, kann natürlich auch schon fertig verkleidet kommen. Gemeinsam hören wir die Weihnachtsgeschichte und singen die lieben alten Lieder.

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Elbstreit 1566

Wussten Sie schon, dass ein in der Elbe bei Ochsenwerder Ertrunkener, 1566 zu einem Kriegszug des Herzogs Otto II von Harburg gegen Hamburg führte?

Im Juli 1566 war ein Fischer in der Süder-Elbe vor Ochsenwerder/Moorwerder ertrunken. Hamburger fischten seine Leiche und machten sie einige Tage an einem Pfahl in der Elbe vor dem Ochsenwerder Ufer fest. Bei der Leiche lagen zwei bewaffnete hamburgische Wachschiffe zur Bewachung. Die Süder-Elbe beanspruchte Herzog Otto II von Harburg allerdings für sich und somit auch die Bestattung der Leiche. Zudem fühlte er sich durch die bewaffneten Schiffe provoziert. Zunächst versuchte der Herzog durch Verhandlungen in den Besitz der Leiche zu gelangen. Doch Hamburg weigerte sich und noch während der Verhandlungen kam es zu einem Schusswechsel. Leute des Harburger Herzogs wurden schwer verwundet, als sie den Körper holen wollten. Otto II ließ daraufhin mehrere Ewer mit Geschützen versehen und rückte gegen die Hamburger Wachschiffe vor. Der Herzog erbeutete beide Schiffe mit Geschützen und nahm einen Teil der Hamburger Mannschaft in Harburg in Gefangenschaft. Vier Hamburger wurden getötet und mehrere verwundet. Den Leichnam hatte der Ochsenwerder Landvogt Claus Scharnebeke, der am Gauert lebte und alles hautnah mitbekam, zwischenzeitlich längst entfernt und auf dem Ochsenwerder Friedhof beisetzen lassen. Der Kampf und die Erbeutung der Schiffe fanden nahe dem Ochsenwerder Ufer statt. Laut Überlieferung war neben dem Ochsenwerder Landvogt Claus Scharnebeke auch der Hamburger Ratsherr und Landherr Nicolaus Vogeler, der vom Deich in Ochsenwerder aus seine Befehle gab, vor Ort. Erst nach sechs Wochen ließ Herzog Otto II von Harburg die Hamburger wieder frei. Sie kehrten über Ochsen- und Billwerder in die Stadt zurück. Es gibt sogar ein Lied das diesen Streit beschreibt. Er gehörte zu einem über Jahrhunderte andauernden Konflikt über die Elbhoheit zwischen Hamburg und dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg.

Simone Vollstädt